Du kennst es: Das Formular ist vorausgefüllt, und plötzlich wird die voreingestellte Option zur wahrscheinlichsten Wahl. Deshalb landen Newsletter in Postfächern, Pensionsbeiträge laufen weiter, und Geräte behalten Energiesparmodi. Anstatt dagegen anzukämpfen, machen wir ein Bündnis mit der Bequemlichkeit, indem wir den Status quo so einstellen, dass er unseren Werten dient und Abweichungen leicht, bewusst und reversibel bleiben.
Eine gute Voreinstellung braucht keine lauten Banner. Sie spart Mikroentscheidungen, reduziert Entscheidungsmüdigkeit und entlastet Willenskraft. Stell den Drucker auf beidseitig, den Browser auf datensparsam, die Einkaufsliste auf Obst zuerst. Und biete eine klare, faire Möglichkeit zum Ändern. Leise Standards wirken freundlich, stabil und transparent, ohne Tricks, sondern mit Respekt für Autonomie, Einsicht und situative Bedürfnisse.
Viele Defaults entstehen zufällig: Wer zuerst ein Gerät einrichtet, bestimmt Jahre späteres Verhalten. Heute drehen wir das um: Wir wählen Standards bewusst, testen Effekte und justieren nach. Ein kleines Experiment mit wöchentlicher Auswertung genügt. Sammle Beobachtungen, frage dich, wo Reibung zu hoch oder zu niedrig ist, und leite daraus die nächste, noch freundlichere Voreinstellung ab.
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